Das Institut für Erziehungswissenschaft ist stark forschungsorientiert ausgerichtet. Die Verbindung von Forschung und Lehre stellt ein zentrales Merkmal des Instituts dar. Ausführliche Informationen zu den laufenden Forschungsprojekten am Institut für Erziehungswissenschaft entnehmen Sie bitte den Internetseiten der einzelnen Arbeitsgruppen sowie dem Bereich der Forschungscluster.
Im Zuge der Umstrukturierung und Organisationsentwicklung des Instituts für Erziehungswissenschaft wurden Forschungscluster gebildet. Innerhalb dieser arbeiten die Arbeitsgruppen kollaborativ zusammen. Die Forschungscluster ermöglichen einen intensiven Austausch und eine stärkere Vernetzung innerhalb des Instituts. Forschung soll stärker im Verbund realisiert werden. Zusätzlich wird die arbeitsgruppenübergreifende Nachwuchsförderung angeregt.
In diesem Dokument finden Sie tiefergehende Informationen zu den Forschungsclustern.
Im Forschungscluster Transnationalität liegt der Schwerpunkt auf der vergleichenden, grenzüberschreitenden Unterstützungs-, Netzwerk-, Bildungs- und Unterrichtsforschung. Hier sollen der länderspezifisch angelegte und damit verengte Blick auf Handlungsabläufe, Strukturen, Organisationen und Professionswissen überwunden und pädagogische sowie didaktische Angebote auf globale Herausforderungen hin reflektiert werden. Die transnationalen Prozesse werden zukünftig zu den zentralen Herausforderungen in allen pädagogischen Arbeitsfeldern gehören. In diesem Cluster geht es darum, das komplexe Bedingungsgefüge individueller Kompetenzen, sozialer Ressourcen, sozialstruktureller Kontexte und gesamtgesellschaftlicher Möglichkeitsräume und Anerkennungsverhältnisse ebenso zu erforschen wie die (begrenzten) Handlungsmöglichkeiten unter Bedingungen von Marginalisierung und Diskriminierung.
Im Forschungscluster Heterogenität und Ungleichheit geht es um das spannungsreiche Verhältnis von Individuum, Organisation und Gruppe/Gesellschaft sowie um Formen sozialer Ungleichheit über die gesamte Lebensspanne. Heterogenität wird sowohl als Chance und Bereicherung einer pluralen Gesellschaft angesehen, wird aber auch machtkritisch untersucht. Dabei wird u.a. der Frage nachgegangen, welche gesellschaftlichen und institutionellen Strukturen Privilegien und Diskriminierung hervorbringen und/oder reproduzieren. In demokratischen Gesellschaften bilden Menschenrechte – und damit Ansprüche auf Partizipation, Inklusion, Chancengleichheit und Nicht-Diskriminierung – eine zentrale Grundlage des Erziehungs-, Bildungs- und Hilfesystems. Neben historisch-systematischen Analysen, bspw. zu Ambivalenz partizipativer Pädagogik, werden individuelle Aneignungsprozesse sowie heterogene institutionelle Kontexte, intergenrationelle Lernformen, formale und informelle Bildungsräume und Unterrichtssettings erforscht und Konzeptionen professionell-pädagogischer Begleitung entwickelt.
Im Forschungscluster Medialität werden der Einfluss von materiellen und digitalen Informationsträgern auf Bildung und Persönlichkeitsentwicklung von Menschen unter der Perspektive von Mediensozialisation sowie der Umgang mit Medien unter dem Aspekt der Medienkompetenz untersucht. Auch ergeben sich aufgrund des notwendigen Lebenslangen Lernens in der Wissensgesellschaft neue Perspektiven für das Lehren und Lernen mit (digitalen) Medien inner- und außerhalb von institutionellen Bildungseinrichtungen. Entsprechende didaktische und lerntheoretische Konzepte zu entwerfen sowie konkrete Onlineangebote für vielfältige Zielgruppen zu konzipieren stellt einen Forschungsschwerpunkt des Instituts dar.
Einblicke in Projekte des Forschungsclusters Medialität:
MINE- Mobile Learning in Higher Education
Das europäische Lehr- und Forschungsprojekt MINE – Mobile Learning in Higher Education, welches durch das Erasmus+-Programm der EU gefördert wird, leistet einen Beitrag zur aktuellen Debatte rund um den Einsatz neuer Technologien in formalen Lernszenarien an Hochschulen, in dem es über die Potenziale mobilen Lernens berichtet und zur Entwicklung von Lehr- und Lernszenarien beiträgt. Das Projekt, an dem Jun.-Prof. Dr. Jasmin Bastian und Dr. Petra Bauer mitarbeiten, hat das Ziel, die Grundstrukturen für mobile Lernszenarien in der Hochschullehre zu erarbeiten bzw. zu adaptieren und didaktisch aufzubereiten. Weitere Informationen zu dem Projekt finden sie auf der Projektseite.
Das Institut für Erziehungswissenschaft zeichnet sich durch Interdisziplinarität, inneruniversitäre wie externe Kooperationen und durch Internationalisierung aus.
Aus dem Institut für Erziehungswissenschaft heraus wurde 2007 die Gründung des Zentrums für Schul-, Bildungs- und Hochschulforschung (ZSBH) initiiert. Das ZSBH ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung der Universität Mainz, das aus der Arbeit des Interdisziplinären Arbeitskreises für Hochschul- und Bildungsforschung hervorgegangen ist. Im ZSBH werden Fragestellungen untersucht, die im Kontext erhöhter Transformationsanforderungen an institutionalisierte Bildung entstehen beziehungsweise entstanden sind (http://www.zbh.uni-mainz.de).
Das Institut für Erziehungswissenschaft betreibt zudem eine Kooperation mit der Kangnam University in Yongin, Südkorea. Innerhalb dieser Zusammenarbeit werden beispielsweise Summer Schools organisiert und umgesetzt sowie gemeinsame Forschungsprojekte realisiert. Außerdem ist es möglich, einen Studierendenaustausch an der Chung Ang-University in Seoul, Südkorea zu machen.
Neben der mit dem ZSBH institutionalisierten Form von Forschungskooperationen bestehen am Institut vielfältige nationale und internationale Kooperationen in den Arbeitsgruppen.